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Katrin Konert: Was über den Vermisstenfall und den Stand der Ermittlungen 2026 bekannt ist

Katrin Konert verschwand am Neujahrsabend 2001 im niedersächsischen Bergen an der Dumme. Die damals 15-jährige Schülerin wollte zurück zu ihrer Familie nach Groß Gaddau, kam dort jedoch nie an. Seitdem fehlt von ihr jede gesicherte Spur.

Der Fall ist auch nach mehr als 25 Jahren nicht abgeschlossen. Die Polizei ermittelt aufgrund der Gesamtumstände wegen eines vermuteten Tötungsdelikts. Bewiesen ist ein Verbrechen bislang jedoch nicht: Weder Katrin Konert noch ihre sterblichen Überreste wurden gefunden, und es gibt keine öffentlich bekannte forensische Spur, die den Ablauf zweifelsfrei erklärt.

Wer ist Katrin Konert?

Katrin Konert lebte mit ihrer Familie in Groß Gaddau, einem Ortsteil der Gemeinde Waddeweitz im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens war sie 15 Jahre alt.

Die öffentlich bekannten persönlichen Angaben beschränken sich weitgehend auf Informationen aus der Vermisstenfahndung. Spekulationen über ihr privates Umfeld oder angebliche Konflikte sollten nicht als gesicherte Tatsachen behandelt werden.

MerkmalBestätigte Angabe
NameKatrin Konert
Alter beim Verschwinden15 Jahre
Vermisst seit1. Januar 2001
WohnortGroß Gaddau im Landkreis Lüchow-Dannenberg
Letzter bekannter AufenthaltsbereichOrtskern von Bergen an der Dumme
Größeetwa 1,60 Meter
Staturschlank
Haaredamals schwarz gefärbt und kinnlang
ErmittlungsstatusVermisstenfall; Ermittlungen wegen eines vermuteten Tötungsdelikts

Am Tag ihres Verschwindens trug Katrin nach Polizeiangaben eine schwarze Jacke mit orangefarbenem Innenfutter, eine schwarze Cordhose, schwarze Stiefel und einen weißen Rollkragenpullover.

Was geschah am 1. Januar 2001?

Katrin hielt sich am Neujahrstag bei ihrem damaligen Freund in Bergen an der Dumme auf. Ihr Elternhaus in Groß Gaddau lag rund 13 Kilometer entfernt. Als sie nach Hause wollte, stand offenbar keine sichere Fahrmöglichkeit bereit.

Die Jugendliche versuchte deshalb, eine Mitfahrgelegenheit zu organisieren. Ihrer Schwester hatte sie mitgeteilt, dass sie ungefähr zwischen 18.30 und 19 Uhr zurück sein wolle. Am frühen Abend verließ sie die Wohnung ihres Freundes und ging durch Bergen.

Mehrere Personen berichteten später, Katrin in dieser Zeit gesehen oder gesprochen zu haben. Eine der letzten bekannten Beobachtungen führte zu einer Bushaltestelle im Ortskern. Nach einer früheren Rekonstruktion der Ermittler wurde sie dort kurz nach 19 Uhr von einem Bekannten angesprochen. Als gegen 19.30 Uhr ein Bus eintraf, befand sie sich nicht mehr an der Haltestelle. Ihr Mobiltelefon war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr erreichbar.

Das Wetter erschwerte die Situation zusätzlich. Am Boden gefrierender Nieselregen hatte zu Blitzeis geführt. Ob Katrin auf einen Bus wartete, per Anhalter fahren wollte oder bereits mit jemandem verabredet war, ist nicht zuverlässig geklärt.

Warum geht die Polizei von einem möglichen Tötungsdelikt aus?

Die Polizei behandelt Katrin Konert weiterhin offiziell als vermisste Person. Aufgrund der Gesamtumstände halten die Ermittler es jedoch für wahrscheinlich, dass sie einem Verbrechen zum Opfer fiel.

Das bedeutet nicht, dass ein Tötungsdelikt juristisch bewiesen wäre. Es gibt nach öffentlich bekanntem Stand:

  • keinen bestätigten Fundort,
  • keine aufgefundene Leiche,
  • keinen rechtskräftig ermittelten Täter,
  • keine öffentlich bekannte forensische Spur, die eine bestimmte Person belastet,
  • und kein bestätigtes Geständnis.

Gerade diese Unterscheidung ist wichtig. Die Ermittlungsannahme der Polizei darf nicht mit einem bewiesenen Tatablauf verwechselt werden. Auch Personen, die zeitweise überprüft oder befragt wurden, sind dadurch nicht automatisch tatverdächtig oder schuldig.

Wie wurde nach Katrin Konert gesucht?

Unmittelbar nach dem Verschwinden begannen Suchmaßnahmen und Befragungen. In den folgenden Jahren überprüfte die Polizei zahlreiche Aussagen, Personen aus Katrins Umfeld und unterschiedliche mögliche Szenarien. Auch Hinweise auf Fahrzeuge, mit denen sie mitgenommen worden sein könnte, wurden untersucht.

Im Jahr 2018 stellte die Polizei eine neue Ermittlungsgruppe zusammen. Gemeinsam mit der Operativen Fallanalyse des Landeskriminalamts Niedersachsen wurde der Fall noch einmal vollständig aufgearbeitet. Die Ermittler überprüften alte Aussagen, zeitliche Abläufe und frühere Spuren mit einem neuen Blick.

Eine mehrwöchige Präsenz der Polizei in Bergen, Flugblattaktionen und der NDR-Podcast „Täter Unbekannt“ erzeugten große Aufmerksamkeit. Nach Polizeiangaben gingen dadurch mehr als 170 neue Hinweise und Spuren ein. Anfang 2019 wurden daraufhin unter anderem mehrere Waldgebiete in der Region durchsucht. Ein entscheidender Fund wurde nicht bekannt gegeben.

Die Ermittlungen werden federführend von Kriminalhauptkommissarin Annegret Dau-Rödel beim Kriminalermittlungsdienst Lüchow begleitet.

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Welche Bedeutung hat der anonyme Hinweis von 2018?

Eine besondere Rolle spielt eine anonyme Nachricht, die 2018 über ein geschütztes Hinweisportal einging. Der Hinweisgeber nannte eine Person und deren Adresse. Diese Person soll am Abend des 1. Januar 2001 mit Katrin gesprochen und ihr angeboten haben, sie nach Hause zu fahren.

Die Polizei konnte die genannte Person ermitteln. Sie bestätigte den Kontakt, erklärte jedoch, Katrin habe die angebotene Mitfahrt abgelehnt. Nach Angaben der Ermittler blieben dabei Fragen offen, die bis heute nicht vollständig überprüft werden konnten.

Der anonyme Hinweisgeber reagierte nicht mehr auf spätere Kontaktversuche der Polizei. Deshalb wird diese Person weiterhin ausdrücklich gebeten, sich erneut zu melden. Dabei geht es nicht automatisch um einen Tatvorwurf. Möglicherweise verfügt der Hinweisgeber lediglich über zusätzliche Informationen, die eine Aussage zeitlich oder inhaltlich einordnen könnten.

Was brachte „Aktenzeichen XY“ im Juni 2026?

Am 3. Juni 2026 wurde der Fall erneut in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ behandelt. Die Polizei stellte dabei einen ausführlichen Hinweisbogen vor. Er richtet sich sowohl an neue Zeugen als auch an Menschen, die früher bereits befragt wurden.

Der Fragebogen soll Erinnerungen an den Neujahrstag 2001, Katrins soziales Umfeld und mögliche auffällige Veränderungen bei Personen oder Fahrzeugen erfassen. Unterstützt wurde dieser Ansatz durch das International Cold Case Analysis Project.

Während und nach der Sendung gingen mehrere neue Hinweise ein. Die erste Auswertung brachte jedoch keinen öffentlich bekannt gegebenen Durchbruch und kein Geständnis. Auch bis zum 27. August 2026 wurde keine entscheidende neue Spur öffentlich bestätigt. Die Prüfung einzelner Angaben kann dennoch länger dauern.

Der Fall gehört zudem zur BKA-Kampagne „Spurlos Verschwunden“, die ungeklärte Vermisstenfälle von Kindern und Jugendlichen wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken soll.

Was ist bestätigt – und was bleibt ungeklärt?

Gesichert ist, dass Katrin Konert am 1. Januar 2001 in Bergen an der Dumme unterwegs war und nicht nach Hause zurückkehrte. Bestätigt sind außerdem mehrere Kontakte und Sichtungen am frühen Abend. Der genaue Zeitpunkt der allerletzten verlässlichen Beobachtung lässt sich aus öffentlich verfügbaren Angaben allerdings nicht minutengenau festlegen.

Nicht geklärt ist:

  • wie Katrin den Bereich der Bushaltestelle verließ,
  • ob sie in ein Fahrzeug einstieg,
  • ob sie die betreffende Person kannte,
  • wohin sie anschließend gebracht wurde,
  • ob alle damaligen Zeugen vollständig und richtig ausgesagt haben,
  • und wo sie sich heute befindet.

In Berichten und Internetforen werden verschiedene Personen, Fahrzeuge und Milieus genannt. Solche Ermittlungsansätze sind kein Schuldnachweis. Insbesondere Sichtungen eines dunklen Autos oder frühere Überprüfungen einzelner Bekannter dürfen nicht zu öffentlichen Beschuldigungen führen.

Auch die Bezeichnung „Cold Case“ bedeutet nicht, dass die Akte geschlossen wurde. Sie beschreibt lediglich einen lange zurückliegenden, weiterhin ungeklärten Fall.

Warum bleibt der Fall Katrin Konert so präsent?

Das Verschwinden beschäftigt das Wendland seit Jahrzehnten, weil Katrin innerhalb eines kurzen Zeitfensters aus einem überschaubaren Ort verschwand. Es gab bekannte Kontakte und mögliche Zeugen, aber keine Spur, die zuverlässig erklärt, was danach geschah.

Mehrere Medienproduktionen hielten den Fall im öffentlichen Bewusstsein. Dazu gehören der NDR-Podcast „Täter Unbekannt“, weitere Cold-Case-Formate und der Dokumentarfilm „Blitzeis. Das Warten auf Katrin Konert“. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die Ermittlungen, sondern auch die langjährige Ungewissheit der Familie.

Für die Angehörigen wäre bereits die Gewissheit über Katrins Schicksal von großer Bedeutung. Deshalb bittet die Polizei weiterhin darum, auch scheinbar nebensächliche Erinnerungen aus dem Jahr 2001 mitzuteilen.

Häufig gestellte Fragen

1. Wird Katrin Konert noch immer vermisst?
Ja. Ihr Aufenthaltsort ist seit dem 1. Januar 2001 unbekannt. Ein Fund oder eine abschließende Klärung wurde bislang nicht bekannt gegeben.

2. Wie alt war Katrin Konert bei ihrem Verschwinden?
Sie war 15 Jahre alt.

3. Wo wurde Katrin zuletzt gesehen?
Der letzte bekannte Aufenthaltsbereich lag im Ortskern von Bergen an der Dumme. Eine Bushaltestelle spielt in der Rekonstruktion des Abends eine zentrale Rolle.

4. Ist bestätigt, dass Katrin Konert getötet wurde?
Nein. Die Polizei ermittelt wegen eines vermuteten Tötungsdelikts, doch ein Verbrechen ist bislang nicht abschließend bewiesen.

5. Gibt es einen Tatverdächtigen?
Es gibt keinen öffentlich benannten Täter und keine rechtskräftig überführte Person. Frühere Überprüfungen oder Befragungen dürfen nicht als Schuldnachweis verstanden werden.

6. Was geschah nach der Sendung „Aktenzeichen XY“ 2026?
Es gingen mehrere Hinweise ein. Nach der ersten Bewertung befand sich darunter jedoch keine öffentlich bestätigte heiße Spur.

7. Gibt es eine Belohnung für entscheidende Hinweise?
Ja. Die Polizeidirektion Lüneburg hat für sachdienliche Hinweise weiterhin eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt. Die genauen Bedingungen legt die Polizei fest.

Fazit

Katrin Konert wird seit mehr als 25 Jahren vermisst. Der bestätigte Ablauf endet am Abend des 1. Januar 2001 in Bergen an der Dumme. Was danach geschah, ist ungeklärt. Die Polizei hält ein Tötungsdelikt für wahrscheinlich, kann diese Annahme bislang aber weder durch einen Fund noch durch einen öffentlich bekannten eindeutigen Beweis abschließend belegen.

Besonders wichtig bleiben der anonyme Hinweis aus dem Jahr 2018 und mögliche Erinnerungen von Menschen, die sich damals in Bergen oder der Umgebung aufhielten. Wer über ernsthafte Informationen verfügt, sollte sich direkt oder über die anonyme Kontaktmöglichkeit an das Polizeikommissariat Lüchow wenden. Unbelegte Namen und Verdächtigungen gehören dagegen nicht in soziale Netzwerke, sondern ausschließlich in die Hände der Ermittler.

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